Beim Tscherniheimer Almkirchtag auf der Hermagorer Bodenalm

Am 9. August 2020 lernte der Wander Gold Stein sein Land und seine Leute bei einem wunderschönen Brauch kennen, der mit gebührendem Stolz und mit Respekt vor den Ahnen gepflogen wird.

An einem einzigen Tag im Jahr wird beim Tscherniheimer Almkirchlein ein Gottesdienst abgehalten. Der Hermagorer Stadtpfarrer Dörflinger kam nach einer Firmung im Ort Hermagor auf die Alm, um assistiert von der alteingesessenen Hermagorer Familie Leitner (vormals Moro) und Kirchenhelfern den Gottesdienst zu zelebrieren.

Es ist Brauch, zum Fest in Tracht zu erscheinen oder zumindest Trachtenakzente zur Schau zu stellen. Neuerdings hat sich aber auch eingebürgert, dass sich eine heimische Radfahrer-Sportgruppe in Fahrraddressen zur Feierlichkeit gesellt. Auch nehmen zahlreiche Feriengäste teil und ins bunte Bild mischen sich auch Wandersleute und Menschen in Freizeitbekleidung.

Der Wander Gold Stein war dabei und blieb nicht ganz unbemerkt…

Nach dem religiösen Ritual, das traditionell mit dem Te Deum (einem festlichen Chorlied) endet, würde man meinen, dass nun die meisten Teilnehmer stracks zum Almgasthaus begeben. Der Brauch ist jedoch anders. Es gibt einige Besitzer von Almhütten auf der Hermagorer Bodenalm. Diese halten am Almkirchtag so etwas wie einen Tag der offenen Tür ab. Wer vorbeikommt und grüßt, wird zu einem Umtrunk gebeten. Es soll vorkommen, dass es manche freundlichen Leute nicht bis ans andere Ende der langgestreckten Alm in Richtung Weißensee schaffen, wo sich das Almgasthaus mit der Käserei befindet…

Kurzer Besuch bei der Kapelle nach der Messe

Der Wander Gold Stein machte eine kurze Pause im Kofferraum. Die Hüterin hatte sich ein wenig übernommen. Sie wollte ein Stück zu Fuß zum Tscherniheim Kirchlein gehen. Das war in Tracht, mit Stöckelschuhen, an einem hochsommerlichen Tag mit einem über fünf Kilo schweren Stein im Rucksack doch etwas hart.

Das Leihauto, diesmal handelte sich sich um einen neuer Octavia, der den Wildschaden am Auto der Hüterin überbrücken half, parkte gegenüber von der Riederhütte, vormals Lasser-Hütte. Die Stimmung dort war wunderbar und die Getränkezufuhr lebensrettend.

Nächster Stopp war das Almgasthaus und die Fitness der Hüterin reichte nun wieder, um den Stein auszupacken und zum Tisch zu tragen. So kam dieser erstmals in Kontakt mit kulinarischen Almgenüssen beziehungsweise Kärntner Spezialitäten.

Und auch mit heimischer Volksmusik. Kam zu glauben, dass auch diese Region noch vor kurzem an einem unsäglichen welthistorischen Ereignis zu leiden hatte, dessen Ursache den Medien zufolge einer Mikrobe zuzuschreiben ist. Erstaunlich viel Freude und Fröhlichkeit war zu spüren. nach so vielen Drangsalien und spürbar mit der Hoffnung, dass es nicht mehr so kommen möge.

Diesmal verlief die reguläre Zufahrt vom Gitschtal über den Kreuzberg zum Weißensee und von dort aus über den sogenannten Paternzipf zur Hermagorer Bodenalm problemlos und auch die Rückfahrt. Abgesehen von nicht enden wollenden Prozessionen von Wanderern und Radfahrern. Eine Freude für die Tourismusregion, nun wieder viele naturbegeisterte Besucher aus dem In- und Ausland beherbergen zu können.

Region Paternzipf am Weißensee

Überall längs des Sees gibt es kleine Zugänge für Badegäste, die sich fern vom Trubel erfrischen möchten. Der Wander Gold Stein wollte natürlich auch einmal einen Blick auf den schönen türkisfarbenen See mit seinen weißen Uferrändern werfen.

Übrigens… Es wird kein Foto vom Wander Gold Stein mit einer Nasen-Mund-Schutzmaske geben. Er ist ein freier Stein und er fürchtet sich vor keiner Ansteckung!

Für den Gold Wander Stein waren an diesem Tag die Wandererlebnisse noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil. Es wartete noch ein starker Eindruck auf ihn.

Zum ersten Mal in Tscherniheim

Am 31. Juli 2020 war es dann so weit und das war sicher auch ein guter Tag. Denn es war schönstes Sommerwetter und die Landschaft zeigte sich von der schönsten Seite.

Auch bei der frischgebackenen „Hüterin“ des Steins hatten sich jedoch schon Tage zuvor Hindernisse aufgetürmt. Ein nächtlicher Wildunfall auf der Südbautobahn – das geländegängige Auto musste für längere Zeit in die Werkstatt.

Es gab Bedenken, dass das sehr niedrig gebaute Ersatzfahrzeug (Sportwagen) auf der gefürchteten, da immer wieder von Holztransporten beschädigten und von starken Regenfällen ausgewaschenen Zufahrt zur Hermagorer Bodenalm aufsitzen könnte (diese Zufahrt ist daher auch nur Berechtigten erlaubt, die sich jederzeit über den aktuellen Zustand informieren können). Daher trat der Wander Gold Stein seine erste Reise nach Tscherniheim nicht vom Weißensee aus in Richtung Hermagorer Bodenalm an, sondern er gelangte aus östlicher Richtung über die Windische Höhe und die Fischeralm nach Tscherniheim.

Das hatte auch seinen Reiz. Ist doch die Geschichte der Hermagorer Boden am mit den angrenzenden Territorien verwoben. Nahe St. Stefan im unteren Gailtal zweigt die Route in nördliche Richtung ab und schon bald gelangt man zum legendären „Bauer in Boden“, eine traditionsreiche Almgenossenschaft mit allerlei historischen Begebenheiten. Kürzlich wurde eine Gedenkschrift dazu veröffentlicht. Ein malerisches Stückchen Erde zum Verweilen. Für den Stein bedeutete es: Erstmals Schnuppern heimischer Almluft!

Und so kam es unterhalb vom „Bauer in Boden“ zu einem ersten Fotoshooting mit dem Wander Gold Stein. Nur die „Mukelan“ (die Kühe) waren Zeugen!

Vom Bauer in Boden ging die Fahrt über den malerischen Farchtensee weiter zur gemütlichen Fischeralm. Stärkung für den Chauffeur und die Hüterin mit der besten Buttermilch weit und breit, dann nächstes Fotoshooting für den Stein! Er stellt seine Fotogenität abermals unter Beweis.

Und dann, so lange ersehnt, endlich in Tscherniheim angelangt. Nur nach das gepflegte Almkirchlein und ein bei Grabungen zutage getretener Glashochofen sowie Schautafeln erinnern an die einstige Siedlung der Glashandwerker und ihrer Familien in diesem abgelegenen Hochtal.

Ein Blick in Richtung Altar…
Blick auf den Glassschmelzofen
Mit Fundstücken, die Wanderer ausgelegt haben
Verbindungsaufnahme mit der Natur, wo’s nur geht…
Ein Tratsch mit einem Wandermarkierungs-Stein
Auch dem Tascherniheim Bach stattete der Stein einen ersten Besuch ab.