Besuch beim „großen Bruder“ Denk Gold Stein überm Weißensee

http://www.goldsitzsteine.com/goldsitzsteine/GGS06-Denk-Gold-Stein/index.html

Zum Glück hat das Tourismusbüro der Gemeinde Weißensee Flyer und kleine Wanderführer in mehrerer Sprachen aufgelegt, die die Position des Goldsteins genau angeben. Die Zufahrt ist unscheinbar und kommt unvermittelt daher. Doch wenn ein kleiner Goldstein einen seiner großen Brüder besuchen will, da wäre es undenkbar, diesem Wunsch nicht Folge zu leisten.

Es war heiß, es war strapaziös, denn es ist ratsam, den Denk Gold Stein zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu besuchen. Auch für geländegängige PKWs ist eine Zufahrt nicht zu empfehlen. In Tracht, mit Stöckelschuhen auf einer steinigen, teilweise matschigen Straße mit einem Stein und Kameras einen Waldstraße hoch zu gehen, das war ganz schön fordernd für die Hüterin. An diesem Tag war kein Helfer zugegen…

Und dann, endlich, das letzte Stückchen etwas abwärts auf einer Wiese und auf einem wunderschönen Aussichtspunkt, da thront er majestätisch, der große Bruder! Er wird gerne besucht und ist ein beliebtes Fotoobjekt. Trittspuren zeigen, dass an diesem Tag bereits zahlreiche Besucher da heroben gewesen sein mussten.

Der besondere Zeitpunkt war gekommen. Am 9. Augst 2020 konnten sich die beiden steinernen Brüder begrüßen. Wie gut, dass einer der sieben Steine wandern kann. Er kann die Sitzsteine nach und nach besuchen und sich mit ihnen austauschen.

Auf dem Rücken des Denk Gold Sitzsteins konnte der Wander Gold Stein die herrliche Aussicht über den Weißensee genießen. Beide leuchteten miteinander um die Wette.

Es klingt vielleicht sentimental, aber es war etwas wie Freude in der Luft… Die beiden Steine mit ihrer Symbolik, mit ihrer Aufladung mit Spuren und Philosophien, beiden liegen die Ideen und die Schöpferkraft ein- und deselben Künstlers zugrunde, und was hier und dort verankert wurde, verband sich in diesem Moment.

Der fotografierende Mensch war dabei nur stiller Zeuge.

Anderntags musste der Wander Gold Stein schon wieder weit, weit weg.

Zur Zeit hält er sich im Burgenland auf, erholt sich in seinem Holzkistchen, eingewickelt in ein schützendes Tuch, und wartet auf neue Begegnungen.

Beim Tscherniheimer Almkirchtag auf der Hermagorer Bodenalm

Am 9. August 2020 lernte der Wander Gold Stein sein Land und seine Leute bei einem wunderschönen Brauch kennen, der mit gebührendem Stolz und mit Respekt vor den Ahnen gepflogen wird.

An einem einzigen Tag im Jahr wird beim Tscherniheimer Almkirchlein ein Gottesdienst abgehalten. Der Hermagorer Stadtpfarrer Dörflinger kam nach einer Firmung im Ort Hermagor auf die Alm, um assistiert von der alteingesessenen Hermagorer Familie Leitner (vormals Moro) und Kirchenhelfern den Gottesdienst zu zelebrieren.

Es ist Brauch, zum Fest in Tracht zu erscheinen oder zumindest Trachtenakzente zur Schau zu stellen. Neuerdings hat sich aber auch eingebürgert, dass sich eine heimische Radfahrer-Sportgruppe in Fahrraddressen zur Feierlichkeit gesellt. Auch nehmen zahlreiche Feriengäste teil und ins bunte Bild mischen sich auch Wandersleute und Menschen in Freizeitbekleidung.

Der Wander Gold Stein war dabei und blieb nicht ganz unbemerkt…

Nach dem religiösen Ritual, das traditionell mit dem Te Deum (einem festlichen Chorlied) endet, würde man meinen, dass nun die meisten Teilnehmer stracks zum Almgasthaus begeben. Der Brauch ist jedoch anders. Es gibt einige Besitzer von Almhütten auf der Hermagorer Bodenalm. Diese halten am Almkirchtag so etwas wie einen Tag der offenen Tür ab. Wer vorbeikommt und grüßt, wird zu einem Umtrunk gebeten. Es soll vorkommen, dass es manche freundlichen Leute nicht bis ans andere Ende der langgestreckten Alm in Richtung Weißensee schaffen, wo sich das Almgasthaus mit der Käserei befindet…

Kurzer Besuch bei der Kapelle nach der Messe

Der Wander Gold Stein machte eine kurze Pause im Kofferraum. Die Hüterin hatte sich ein wenig übernommen. Sie wollte ein Stück zu Fuß zum Tscherniheim Kirchlein gehen. Das war in Tracht, mit Stöckelschuhen, an einem hochsommerlichen Tag mit einem über fünf Kilo schweren Stein im Rucksack doch etwas hart.

Das Leihauto, diesmal handelte sich sich um einen neuer Octavia, der den Wildschaden am Auto der Hüterin überbrücken half, parkte gegenüber von der Riederhütte, vormals Lasser-Hütte. Die Stimmung dort war wunderbar und die Getränkezufuhr lebensrettend.

Nächster Stopp war das Almgasthaus und die Fitness der Hüterin reichte nun wieder, um den Stein auszupacken und zum Tisch zu tragen. So kam dieser erstmals in Kontakt mit kulinarischen Almgenüssen beziehungsweise Kärntner Spezialitäten.

Und auch mit heimischer Volksmusik. Kam zu glauben, dass auch diese Region noch vor kurzem an einem unsäglichen welthistorischen Ereignis zu leiden hatte, dessen Ursache den Medien zufolge einer Mikrobe zuzuschreiben ist. Erstaunlich viel Freude und Fröhlichkeit war zu spüren. nach so vielen Drangsalien und spürbar mit der Hoffnung, dass es nicht mehr so kommen möge.

Diesmal verlief die reguläre Zufahrt vom Gitschtal über den Kreuzberg zum Weißensee und von dort aus über den sogenannten Paternzipf zur Hermagorer Bodenalm problemlos und auch die Rückfahrt. Abgesehen von nicht enden wollenden Prozessionen von Wanderern und Radfahrern. Eine Freude für die Tourismusregion, nun wieder viele naturbegeisterte Besucher aus dem In- und Ausland beherbergen zu können.

Region Paternzipf am Weißensee

Überall längs des Sees gibt es kleine Zugänge für Badegäste, die sich fern vom Trubel erfrischen möchten. Der Wander Gold Stein wollte natürlich auch einmal einen Blick auf den schönen türkisfarbenen See mit seinen weißen Uferrändern werfen.

Übrigens… Es wird kein Foto vom Wander Gold Stein mit einer Nasen-Mund-Schutzmaske geben. Er ist ein freier Stein und er fürchtet sich vor keiner Ansteckung!

Für den Gold Wander Stein waren an diesem Tag die Wandererlebnisse noch nicht vorbei. Ganz im Gegenteil. Es wartete noch ein starker Eindruck auf ihn.

Wandern ist seine Bestimmung… This is the Blog of a Wandering Stone…

Der Wander Gold Stein hat eine seltsame Vorgeschichte. Seine Bestimmung war es, der siebente Gold Sitzstein eines Landschaftsprojekts in Kärnten zu sein. Groß und auf einem fixen Platz in der Natur. Doch es wollte anders kommen, und nun ist er mit Abstand der kleinste von allen und mobil. Und nennt sich Wander Gold Stein.

Zum bisherigen gesamten Projekt und dessen Urheber geht es hier: http://www.goldsitzsteine.com/

Die Vorgeschichte:

https://reflexionen.wordpress.com/ernstes/konzepte-2/tscherniheim-goldwanderstein/